> Fachdiskurs & Tagungen > Spielmarkt > Geschichte

Geschichte des Spielmarkts

Die Akademie der Kulturellen Bildung organisierte 1980 den ersten Spielmarkt. Zunächst war er nur eine Verlegenheitslösung, denn bei der Jahresplanung der Akademie der Kulturellen Bildung war klar, dass in der Woche nach Rosenmontag ein Wochenkurs von Montag bis Freitag, wie er normalerweise üblich ist, nur mit Einbußen zu realisieren ist. Auch wenn die Akademie der Kulturellen Bildung bundesweit tätig ist, liegt es auf der Hand, dass Interessenten aus der Gegend Rhein/ Ruhr in dieser Woche kaum unter ihren bunten Perücken, hinter den roten Nasen und aus den verrückten Kostümen hervorzuholen sind. So kam es zu der spontanen Idee einer Tagung zur Spielpädagogik nach Aschermittwoch, um die Räumlichkeiten dennoch zu nutzen. In Zusammenarbeit mit dem Kölner Institut für Pädagogik und Spiel (KIPS), der Landesarbeitsgemeinschaft Kulturpädagogische Dienste/ Jugendkunstschulen und anderen Vereinigungen der kulturellen Jugendbildung in Nordrhein-Westfalen veranstaltete die Akademie der Kulturellen Bildung den Spielmarkt, der im ersten Jahr an drei Tagen noch stark getrennt in Theorie, Markt und Spielaktionen verlief.

Bereits im zweiten Jahr wurde alles zusammengelegt. Bis heute hat sich dieses Konzept bewährt und wurde so erhalten. Auf dem Spielmarkt gibt es Workshops, Spielaktionen, Materialstände, Spiel- und Büchertische, die für jedermann zugänglich sind. Angefangen hat es 1980 mit rund 20 Austellern und 1500 Besuchern, doch in den letzten Jahren hat sich die Zahl der Aussteller verdreifacht und es wurden schon bis zu 4500 Besucher gezählt. Die Hälfte der Aussteller gehört mittlerweile zu den Stammausstellern. Diese Zahlen sprechen für sich und dafür, dass die Akademie der Kulturellen Bildung mit der Notlösung von 1980 aus der Ratlosigkeit heraus bestens beraten war.

Ziele und Inhalte

Ziel des Spielmarkts ist es, einen Überblick über aktuelle Entwicklungen, neue Theorieansätze, neue Methoden und Materialien in der Spielpädadagogik zu geben. Die Aufgaben und Qualifikationen der Spielpädagogen, die Funktionen und Arbeitsmöglichkeiten der Spielpädagogik in der Sozial- und Kulturarbeit, in der Kinder- und Jugendarbeit und in der Erwachsenenbildung werden auf dem Spielmarkt dargestellt.

Gerade für kleine Institutionen und Initiativgruppen, die spielpädagogisch arbeiten, ist es wichtig, in Kontakt mit anderen Interessenten zu kommen, um als Netzwerk zu fungieren. Denn nicht nur das Material ist wichtig für die pädagogische Arbeit, auch die Leute, die gegenseitig Erfahrungen austauschen. Und diese Kontakte halten über den Spielmarkt hinaus. Gerade am Mittwoch vor jedem Spielmarkt wird deutlich, wie familiär der Umgang miteinander ist. An diesem Tag vor der offiziellen Eröffnung des Spielmarkts testen die Aussteller bereits ihre neuen Materialien oder Prototypen gemeinsam. Es wird diskutiert, angeregt, verbessert und natürlich gelacht und gespielt.

Ziel jeden Ausstellers ist es, unterschiedliche Menschen im Spiel zusammenzubringen und Spaß und Freude am Spiel zu vermitteln. So kommen die unterschiedlichsten Menschen miteinander in Kontakt.

Die Aussteller sind darum bemüht, Spiele nach pädagogischen Gesichtspunkten auszuwählen. Das Spektrum reicht von elementaren Kinderspielen im Vorschulalter über Brett- und Würfelspiele für Jugendgruppen, darstellende und kreative Spiele zur ästhetischen Erziehung, Werk- und Bastelspiele bis zu Rollenspielen für Erwachsene und aufwendige Gruppenspiele zu sozialen und politischen Themen. Es ergibt sich eine Mischung aus handelsüblichen Spielwaren und selbstgemachten, von Pädagogen für spezielle Anlässe und Bedürfnisse in Handarbeit entwickelten Spielen. Wichtig ist, dass mehr geboten wird als nur die weit verbreiteten Reiz-Reaktionsspiele. Wenn man das Spiel als Lernmethode anzuwenden weiß, wird der Mensch im Spiel ganzheitlich beansprucht, damit sich soziale Lernprozesse intensiver, unmittelbarer, menschlicher und befriedigender gestalten.

Jedes Jahr widerlegt der Spielmarkt aufs Neue das Vorurteil, dass „pädagogisch wertvolle Spiele keinen Spaß machen“.