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Lesung und Gespräch mit der Autorin Olga Grjasnowa - Musikalische Begleitung: Azad Schahwysi ( Santur)

Interkulturelle Lese- und Musikreihe

Zeitraum

19.10.2017 bis 19.10.2017

Beginn: 19.00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr)

Beschreibung

2012 debütierte Olga Grjasnova mit dem Roman Der Russe ist einer, der Birken liebt und veröffentlichte 2014 ihren zweiten Roman Die juristische Unschärfe einer Ehe. In diesem Jahr erschien ihr aktueller Roman Gott ist nicht schüchtern, aus dem Olga Grjasnova am 19.10.2017 lesen wird.

Gott ist nicht schüchtern erzählt die Geschichte zweier junger Leute, die vor dem Assad-Regime nach Deutschland fliehen und stellvertretend all das erleben, was Menschen in einer Diktatur widerfahren kann. Die Autorin macht die Unberechenbarkeit und Willkür des Systems und das, was sie in Menschen bewirkt für ihre Leser*innen greifbar und es wird nachvollziehbar, warum selbst Menschen, die ein privilegiertes Leben in solchen Systemen führen, sich auf gefährliche Fluchten begeben. Das Geschehen vor und während der Flucht wird in schneller Abfolge nüchtern konstatierend erzählt, mit gelegentlichen Brüchen und Sprüngen wenn es um Haltungen und Gefühlslagen der handelnden der Figuren geht – für die es angesichts der geschilderten Grausamkeiten auch keine handlungslogisch „sinnvollen" Reaktionsweisen geben kann. Die jungen Protagonisten müssen fliehen, um ihr Leben und ihre Würde zu retten, eine Würde als souveräne Akteure ihres Lebens, um die sie – das macht Grjasnova deutlich – auch nach gelungener Flucht weiter ringen werden müssen.

In ihren Romanen vermittelt Olga Grjasnova eindrucksvolle Innenansichten vom Leben in einer Einwanderungsgesellschaft, in der Identitäten zwischen Fremdzuschreibungen und Selbstverortungen täglich neu verhandelt werden. Sie stellt multi-ethnische Patchwork-Biografien dar und erzählt von einer Generation, die keine Grenzen kennt, aber auch keine Heimat hat. Am 19.09.2017 haben Sie Gelegenheit, mit der Autorin über diese und andere Themen und vor allem über ihr „Handwerk“ Literarisches Schreiben ins Gespräch zu kommen.

Die Autorin:
Olga Grjasnova 1984 in Baiku, Aserbaidschan, geboren kam mit ihrer Familie im Alter von 12 Jahren nach Hessen. Nach dem Abitur studierte sie Kunstgeschichte und Slawistik in Göttingen und anschließend in Leipzig Literarisches Schreiben. Längere Studienaufenthalte in Polen, Russland, der Türkei und Israel schlossen sich an. Sie erhielt verschiedene Stipendien namhafter Stiftungen und für ihr bisheriges Werk zahlreiche literarische Auszeichnungen, so den Anna Seghers Preis, den Michel-Kühne-Preis und den Chamisso-Förderpreis.

Moderation der Veranstaltung:
Wolfgang Luge, Initiator und Mit-Koordinator der Interkulturellen Lese- und Musikreihe und
Dolores Smith, Leiterin des Programmbereichs AkademieRegio bei der Akademie der Kulturellen Bildung

Ort:
Zentralbibliothek Remscheid
Scharffstraße 4–6
42853 Remscheid

Kosten:
Der Eintritt zur Abendveranstaltung ist frei

In Kooperation mit:

  • Die Lütteraten e.V - Förderverein der Stadtteilbibliothek Remscheid-Lüttringhausen
  • Kommunales Integrationszentrum Remscheid
  • Jugendhilfe Remscheid - Die Schlawiner gGmbH
  • Deutsch-Indische Gesellschaft Remscheid e.V.
  • IKE – Förderverein für Interkulturelle Erziehung e.V.
  • Caritasverband Remscheid e. V.
  • Kulturkreis im Heimatbund Lüttringhausen e.V.
  • Katholisches Bildungswerk Wuppertal/Solingen/ Remscheid

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