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Leseförderung besser vernetzen und verstetigen: Fachtag lotete Potentiale für Stärkung schwach lesender Kinder und Jugendliche aus

Wer nicht lesen kann, ist in unserer Gesellschaft nahezu chancenlos. Schulischer Lernerfolg in allen Fächern hängt ganz entscheidend von einer ausreichenden Lesefähigkeit ab. Mit einem Fachtag Leseförderung vernetzte die Akademie der Kulturellen Bildung am 29. Mai Akteur*innen aus Schule und außerschulischer Bildung, um sich über Herausforderungen, Hürden und neue Wege der Leseförderung auszutauschen.

Die Tagung brachte in Vorträgen unterschiedliche Perspektiven aus Forschung, Schulen, Bibliotheken, Pädagogik und Verbänden zusammen und zeigte, wie schwach lesende Kinder und Jugendliche in den einzelnen Feldern gefördert werden. So stellte Marie-Louise Lichtenberg (Arbeitskreis für Jugendliteratur) mit Leseclubs und Literanauten Projekte vor, die mit partizipativen Methoden die Lesemotivation von Hauptschüler*innen verbessern. Manuela Hantschel (Bundesverband Leseförderung) blickte auf die Möglichkeiten der Lese- und Literaturpädagogik für eine gezielte Stärkung von Lesefluss und –motivation innerhalb und außerhalb der Schule.

Der Nachmittag brachte Leseforscher*innen, Bibliotheksmitarbeiter*innen, Literaturpädagog*innen, Lehrer*innen, Erzieher*innen und weitere Akteur*innen der Leseförderung miteinander ins Gespräch. Gemeinsam überlegten sie, wie Leseförderung gelingen kann, die nicht nur punktuell ansetzt. Dabei richtete sich der Blick vor allem darauf, wie sich schulische und außerschulische Partner*innen besser miteinander vernetzen können, um eine systematische Leseförderung zu verstetigen und diese in den Alltag einzubauen.

„Wenn wir Kindern und Jugendlichen, die nur unzureichend lesen können, effektiver als bisher helfen wollen, benötigen wir eine bessere Abstimmung zwischen der schulischen, vorschulischen und außerschulischen Leseförderung. Der Fachtag hat gezeigt, wie vielfältig die Ansätze der schulischen und außerschulischen Leseförderung sind und wo ihre Stärken liegen“, so Dr. Julia Abel, Leiterin des Fachbereichs Literatur an der Akademie.

Die Direktorin der Akademie, Prof. Dr. Susanne Keuchel, betonte dabei, „dass die verschiedenen Akteur*innen und Institutionen Experimentierfreiraum benötigen, um neue analog-digitale Umsetzungsstrategien in der formalen und non-formalen Kulturellen Bildung entwickeln zu können. Dies bedarf Modellprojekte, flächendeckender Programme und den politischen Willen zur Finanzierung, damit schwach lesende Kinder und Jugendliche professionell, systematisch und vernetzt gefördert werden können.“

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