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Community Dance als neue Methode der Jugendkulturarbeit

Community Dance verbindet künstlerische mit sozialer Praxis und ermöglicht gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe am und durch Tanz. Er nutzt das Potential des Tanzes, der an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten soziale Choreografien entwickelt, kollektive Momente herstellt und Gemeinschaft festigt. Die Akademie stellte im Rahmen der Programmbegleitenden Qualitätsentwicklung „Kultur macht stark“ (PROQUA) erstmals den Community Dance als Methode der Jugendkulturarbeit bei der Fachkonferenz „Soziale Choreografien“ in Essen in den Mittelpunkt.

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Tagung in Zusammenarbeit mit Aktion Tanz – Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft untersuchte in Vorträgen und Workshops, wie Community Dance in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erfolgreich durchgeführt werden kann. Rund 100 Fachkräfte aus Kultur und Jugendarbeit waren ins PACT Zollverein nach Essen gekommen, um sich über die Potentiale des Community Dance in der Kulturellen Bildung zu informieren.

In einem Vortrag steckte Dr. Fabian Chyle, Leiter des Fachbereichs Tanz an der Akademie der Kulturellen Bildung, zunächst die künstlerisch-pädagogischen Säulen des Community Dance ab. Sein Fachbereich setzt seit 2019 den deutschlandweit einzigartigen Fortbildungsschwerpunkt Community Dance. Er etabliert den „Tanz für alle“ in seiner ganzen Vielfalt an Formaten für die Arbeit mit breitgefächerten Zielgruppen.

„Community Dance als künstlerische Methode und als Möglichkeit des Empowerments leistet einen wertvollen Beitrag innerhalb der Kinder- und Jugendkulturarbeit“, betonte Dr. Fabian Chyle. „Er setzt inklusiv und kollaborativ an und ermöglicht bedeutsame körperliche und soziale Erfahrungen. Dies ist gerade für Kinder und Jugendliche wichtig, weil die Erfahrungen zentral sind im Prozess der Identitätsfindung.“

In einer anschließenden Keynote skizzierte Prof. Dr. Gabriele Klein (Universität Hamburg) die praxis-theoretische Sicht auf die gesellschaftlichen und politischen Dimensionen des Tanzens. Später zeigten drei erfolgreiche Beispiele aus Wuppertal, Berlin und Bremen, wie Community Dance mit Kindern und Jugendlichen in der Praxis gelingen kann.

Am Nachmittag lernten die Tagungsgäste in drei Workshops unterschiedliche Ansätze des Community Dance näher kennen. Prof. Dr. Lucia Rainer, Performerin und Forscherin an der Medical School Hamburg, betrachtete in ihrem Workshop „Gemeinsam im urbanen Raum“ Formen von Gemeinschaft, indem die Teilnehmer*innen sowohl einen Ort des Transits als auch einen Ort des Verweilens erkundeten. Choreografin Jo Parkes zeigte, welche Projektstrukturen sich für Community Dance mit intergenerationellen Gruppen eignen und welche Herausforderungen bewältigt werden müssen. Jochen Roller, Performancekünstler und Choreograf widmete sich in seinem Workshop der Synchronizität, dem Drang von Menschen, ihre Körper gleichzuschalten oder zu uniformieren.