Impuls I: The Smart View - der Gebrauch von Bildern im Zeitalter des Sozialen Netzwerks

#Bilderflut - Die sozialen Netzwerke haben die Nutzung des fotografischen Bildes grundlegend verändert. Es werden nicht nur Unmengen von Bildern produziert und veröffentlicht, sie werden auch mehr denn je konsumiert. In ihrem Vortrag entführt Rosa Roth, Gründerin und Herausgeberin des Magazins für Mobilfotografie The Smart View, auf eine Reise durch die Bilderflut und erforscht Mittel des künstlerischen Ausdrucks an der Grenze zwischen Fotografie und Bewegtbild.

Rosa Roth ist Editor-in-Chief von The Smart View, ein Independent-Magazin für Mobilfotografie, das erstmals 2015 im Rahmen ihrer Abschlussarbeit im Bereich Fotografie der HfbK Hamburg erschien. Das Magazin stellt junge internationale Künstler*innen und ihre Arbeiten vor und publiziert Texte von Theoretiker*innen, die die aktuellen Entwicklungen in der Fotografie hinterfragen sollen.

Impuls II: #instaworldruhr - Vom Instagram-Contest zum Groß-Event

Mit #instaworldruhr wurde eine Plattform zur Sammlung und Sichtbarmachung einer breiten fotografischen Beschäftigung mit der Region Ruhrgebiet geschaffen. Das Projekt war ein fotografisches, kommunikatives und soziales Experiment. Was gefällt und wird fotografiert? Aber auch: Was fällt positiv aus der Masse des Abgelichteten heraus? Sind Massenbeliebtheit und Expert*innenmeinung gleich? Aber auch: Welche Entdeckungen werden gemacht, die vorher noch nie so gesehen wurden? In der Langen Nacht der Fotografie wurden die ausgewählten Fotos projiziert.

Peter Liedtke, studierte an der Folkwangschule Essen Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Fotografie und absolvierte einen Fernlehrgang Ökologie an der Universität Tübingen. Nach Jahren der Sozialreportage im In- und Ausland fotografierte er seit 1989 den Wandel im Ruhrgebiet. Seine Arbeiten wurden weltweit ausgestellt und veröffentlicht. Seit 1993 entwickelte er verschiedener Netzwerkprojekte. Seit 2008 kuratiert er Foto-Ausstellungen. Aktuell arbeitet er mit den Projekten „neueheimat.ruhr“ und „eye-land: heimat, flucht, fotografie“ an fotografischen Flüchtlingsprojekten.

Workshop I: Hack yourself and your selfie! Fotografieren, Inszenieren mit und vor dem Smartphone

Selfies gelten bei Jugendlichen als ein modernes Phänomen. Sie stehen gleichzeitig aber auch in der Tradition des fotografischen Selbstbildnisses. Smartphones sind medienkonvergente Geräte, die mit ihrer Anbindung an digitale Räume dazu genutzt werden, mit abwesenden Personen fotografisch zu kommunizieren. Beim Hacking geht es um die spielerische, experimentelle und forschende Erkundung eines fremden Systems, um sich darin zurechtzufinden und daraus eine eigene (subversive) Strategie zu entwickeln.

Damit das "Phänomen Selfie" im Kunstunterricht verankert werden kann, bedarf es einer Einbindung in curriculare und didaktische Zusammenhänge. Dafür lohnt sowohl ein Blick in die Geschichte der Fotografie, als auch auf die eigenen Säulen des Fachs wie Experimentierfreude, Erlebnisfähigkeit, Grenzüberschreitung, Spiel und Provokation. Diese sind den Strategien des Hackings sehr ähnlich. Das Ziel ist eine qualitative Erweiterung der visuellen Wahrnehmungs-, Ausdrucks-, und Erlebnisfähigkeit bei Jugendlichen.

Im Workshop werden diese didaktischen und methodischen Impulse zur Einbindung des Phänomens Selfie in den Kunstunterricht an konkreten Beispielen vorgestellt. Das Thema "Selfie im Kontext analoger Selbstbildnisse" zeigt digitale Selbstdarstellungen von Jugendlichen, die mit und vor dem Smartphone "gehackt und inszeniert" wurden. Die Teilnehmer*innen haben anschließend die Gelegenheit, eine eigene künstlerische Strategie des "Selfie-Hackings" zu entwickeln und fotografisch umzusetzen.

Bitte bringen Sie Ihr Smartphone mit Bluetooth-Modul oder einem USB-Kabel mit! Wünschenswert ist auch ein eigener Laptop mit einem Programm zur Bildbearbeitung.

Klaus Küchmeister ist Fachlehrer für Bildende Kunst, Fortbildner im Referat Medienpädagogik am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) in Hamburg und Lehrbeauftragter an den Universitäten Hamburg und Flensburg, Medienreferent im erweiterten BDK-Bundesvorstand, Fachverband für Kunstpädagogik e.V.

Workshop II: Ich mach' mir die Welt, wie sie mir gefällt!

Fotorun und Challenge: Neue Foto-Events für die Kinder- und Jugendarbeit
Fantasie, Experimentierfreude und Kameratricks sind gefragt beim vernetzten KameraKinder Fotorun in vielen Städten Nordrhein-Westfalens. Hunderte 6-16-Jährige gehen an einem Tag zeitgleich auf Entdeckungsreise und nutzen die Möglichkeiten fotografischer Inszenierung zur Lösung von zehn Aufgaben. Stehen beim Fotorun Spaß, Faszination und gemeinsames Erleben im Vordergrund, lädt die Challenge zur intensiven Beschäftigung mit anspruchsvollen fotografischen Herausforderungen ein. Integratives Element der beiden Angebote sind Aktionen mit geflüchteten Jugendlichen. In der Projektarbeit spielen Tablets eine große Rolle. Einige Einstiegsmethoden zur Aktivierung kreativer Potenziale wollen wir auch im Workshop vorstellen.

Sabine Sonnenschein (jfc Medienzentrum) , Anne Kuhn (Freie Fotopädagogin)

Workshop III: Projiziert oder Geplottet - Fotografievermittlung durch Ausstellungen

Der Workshop lädt ein über Präsentationsformen des Fotografischen nachzudenken: Konventionell gedruckt, mit Beamer projiziert oder in Fotobüchern zur Ansicht bereitgestellt? Wie treten Werkauswahl und Präsentationsfläche miteinander in den Dialog und wie lassen sich Betrachter*innen einbeziehen. Welche neuen Formen der Fotografievermittlung lassen sich mit unterschiedlichen Zielgruppen realisieren und welche kuratorischen Entscheidungen müssen im Vorfeld von Projektteams bedacht werden? Wir zeigen vielfältige Beispiele Bild, Raum, Fläche, Technik und Publikum in Ausstellungsprojekten zu vereinen und geben Einblicke in die Grundlagen des Ausstellungsmachens.

Sarah Hübscher ist Kulturwissenschaftlerin und Kunstvermittlerin, publiziert in unterschiedlichen Medien in den Kontexten Kunst, Kultur, Erinnerungskultur, Vermittlung und Bildung. Sie konzipiert Vermittlungsformate und Events für Museen sowie Plattformen des künstlerisch-wissenschaftlichen Austauschs. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Kulturanalyse und Kulturvermittlung im musealen Kontext und urbanen Raum sowie Ausstellungen als Interaktionsräume. Sie arbeitet derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dortmund im Lehrgebiet Historische Bildungsforschung der Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie.

Elvira Neuendank ist Kunst- und Kulturwissenschaftlerin. Ihr Interesse in der Kunst- und Kulturvermittlung liegt in musealen und urbanen Räumen, der Erinnerungskultur, der ästhetischen Bildung, der Medienkultur und -theorie, der Fotografie und im Film. Besonders im Kontext von Fragen der Inszenierung – an Orten und in medialen Formaten –  interessiert sie der Zusammenhang mit Aneignungspraktiken und Bildungsprozessen. Neben dem Studium der Germanistik, Kunst und Kunstwissenschaft hat sie 2014 das weiterbildende Studium Kuratorisches Wissen und Kunstpublizistik absolviert. Derzeit arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dortmund am Lehrgebiet Historische Bildungsforschung der Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie und ist seit 2011 im Vermittlungsteam des Museums Ostwall im Dortmunder U.

Workshop IV: Zwischen künstlerischer Freiheit, Pädagogik und Recht

Rechtliche Fragen im Rahmen von Foto-Projekten in der Kinder-, Jugend- und Kulturarbeit
Bevor die Ergebnisse aus Medienprojekten das Licht der Öffentlichkeit erblicken, stellen sich immer wieder rechtliche Fragen, die z.T. bereits bei Projekt-Konzeptionen mitgedacht werden müssen oder spätestens dann relevant werden, wenn die Werke in Austellungen on- wie offline veröffentlicht werden sollen. Neben aktuellen Fragen, wie den Auswirkungen der EU-Datenschutzgrundverordnung oder der Abwägung zwischen Kunstfreiheit und rechtlichen Rahmenbedingungen (z.B. Streetfotografie) werden Fragen zu Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht (z.B. Veröffentlichung in Sozialen Netzwerken und die Auswirkungen der jeweiligen AGB) sowie den nötigen Einverständnissen von Erziehungsberechtigten und abgelichteten Personen diskutiert. Darüber hinaus können konkrete Fragen aus Projekten der Teilnehmer*innen beleuchtet werden.

Henry Steinhau ist seit Mitte der 80er Jahre als Medien-Journalist tätig, mit den Schwerpunkten Medienkultur und -kompetenz, Medienpolitik und -recht sowie Online-Medien und Journalismus. Zudem arbeitet er als Redakteur, Moderator und Vortrags-Referent sowie als Lehrbeauftragter. Seit Herbst 2013 ist er als freier Online-Redakteur bei iRights.info sowie als Scientific Editor bei iRights.Lab tätig, zu seinen Schwerpunkten zählen hier unter anderem Verwertungsgesellschaften, freie Lizenzen und Open Educational Resources (OER).

Workshop V: Vom Motiv zum Auslöser - Augmented Reality in medienpädagogischen Projekten

Nicht immer muss das Motiv eines Fotos im Zentrum foto- bzw. medienpädagogischen Handelns stehen. Es kann auch zum Auslöser weiterer multimedialer Inhalte werden, die z.B. über das Smartphone-Display zugänglich gemacht werden. Solche Erweiterungen der Realität (Augmented Reality) bieten kreatives Potential für die aktive Medienarbeit. Im Workshop erstellen wir Medieninhalte wie kurze Videos und Audiobeiträge, die wir dann in eine AR-Anwendung einbetten.

Thomas Welsch ist Diplom-Pädagoge und als Medienpädagoge und Bildungsreferent bei der sk stiftung jugend und medien tätig. Außerdem ist er Referent bei der „Initiative Eltern+Medien“ und Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Medienpädagogik und Mediendidaktik der Universität zu Köln.

Podiumsdiskussion: Pictures in Motion - Motion Pictures

Prof. Lars Bauernschmitt (FH Hannover)
Alain Bieber (NRW-Forum Düsseldorf)
Prof. Dr. Franz-Joseph Röll (Medienpädagoge)
Rosa Roth (Editor-in-Chief The Smart View)
Moderation: Dr. Sandra Abend (DGPh)

Neben der Fotografie spielt das Bewegtbild in der fotografischen Ausbildung eine immer wichtigere Rolle. Studierende müssen heute breiter aufgestellt sein als je zuvor und so erlernen sie neben dem Fotografieren, der Gestaltung von Fotobüchern oder dem Kuratieren von Ausstellungen auch den Umgang mit dem bewegten Bild. Wie sieht diese Vermittlung in der Hochschulpraxis konkret aus? Welche Schwerpunkte werden in einem Medium gesetzt, das durch seine omnipräsente Nutzung unüberschaubar erscheint? Was bringt eine multimediale Ausbildung und wo können diese Fähigkeiten im Berufsleben echte Vorteile bieten? Expert*innen berichten auf der photokina aus ihrer beruflichen Praxis.