4. Fachkonferenz der Kinder- und Jugendbibliotheken
24.04.2026
Kursinhalt und Buchung
Hinweis
Die Tagung wird für die Qualifizierung „Literaturpädagogik“ anerkannt und vom Bundesverband Leseförderung mit 12 UE angerechnet (BVL-Module 2.2: 6 UE; 2.4: 6 UE).
Fragen zu Kurszeiten und Abläufen?
Hier finden sie die häufig gestellten Fragen rund um die Buchung und Teilnahme an unserem Angebot. Wir sind da, um zu helfen. Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen zu dieser oder anderen Veranstaltungen haben.
Kosten
Gesellschaft im Wandel: Was Bibliotheken leisten können
Unsere Gesellschaft befindet sich im dauerhaften Wandel. Jüngere Generationen haben andere Werte und Ansprüche, Fähigkeiten und Bedürfnisse als ältere. Work-Life-Balance, Mental Health, Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit, aber auch Individualisierung und Vereinsamung der Menschen stehen im Vordergrund. Der digitale Raum wird weiterhin größer und bekommt mehr Bedeutung im Alltag. Gleichzeitig wächst das Verlangen nach physischen Welten. Ausgeprägte kognitive Fähigkeiten und Künstliche Intelligenz als Selbstverständlichkeit fordern multisensorische Angebote.
Wie können Bibliotheken Kinder und Jugendliche im dauerhaften Wettbewerb der Medien um Aufmerksamkeit erreichen? Werfen Sie mit uns einen Blick auf die vielfältigen Möglichkeiten der Bibliotheksarbeit für Kinder und Jugendliche – von Demokratiebildung über Literaturpädagogik bis hin zur Spielkultur, sowohl digital als auch analog.
Programm
Mittwoch, 22.4.2026
14:30 Uhr – Ankommen und Kaffee
15:30 Uhr – Begrüßung durch die Fachkommission Kinder- und Jugendbibliotheken und Akademie der Kulturellen Bildung
16 Uhr – Kick-off: Let’s Play – Das analoge Brettspiel als Bildungsmedium und Kulturgut (Christina Valentiner-Brandt und Gäste)
18 Uhr – Abendessen
19:30 Uhr – Spielplatz: Spielkultur in Bibliotheken – Good-Practice
Donnerstag, 23.4.2026
9 Uhr – Gemeinsame Morgenbesprechung
9:10 – 10:40 Uhr – Workshops
- Demokratiestärkende Bibliotheksarbeit am Beispiel der Stadtbibliothek Weikersheim (Michaela Stock)
- Dachverbandliches Schutzkonzept für Bibliotheken (Mareen Reichardt, Kathrin Hartmann)
- Dritte Orte, aber wie? Die Bibliothek von morgen gemeinsam denken und verhandeln – Teil I (Kawthar El-Quasem)
- Gaming mit Stift & Papier: Pen-&-Paper-Sessions in der Stadtbibliothek Oranienburg – Teil I (Jennifer Bonk, Roland Doctor)
10:45 – 12:15 Uhr – Workshops
- Dritte Orte, aber wie? Die Bibliothek von morgen gemeinsam denken und verhandeln – Teil II (Kawthar El-Quasem)
- Gaming mit Stift & Papier: Pen-&-Paper-Sessions in der Stadtbibliothek Oranienburg – Teil II (Jenny/Roland)
- Phänomen BookTok in Bibliotheken (Miriam Schnitzler, Sarah Redlich, Corona Eggert)
- Mehrsprachigkeit und interkulturelles Lernen in der digitalen Leseförderung bei “Gemeinsam digital” (Anne Wellingerhof)
12:15 Uhr – Mittagessen und Pause
15 – 16:25 Uhr – Workshops
- Laut, wild und zielgerichtet. Kinderbibliotheken der Zukunft (Peter Jobmann)
- Medienheld*innen im Rampenlicht – Geschichten erzählen rund um Gaming-Ikonen (Horst Pohlmann)
- Vorlesen mit Spielbüchern…niederschwelligen Zugang zum Vorlesen schaffen (Sabine Bonewitz / Stiftung Lesen)
- Bibliothek und Ganztag – ein tolles Team – Teil I (Kathrin Pickard)
- Bibliothekspädagogik – Teil I (Julia Abel, Ute Engelkenmayer)
16:30 – 18 Uhr – Workshops
- Bibliothek und Ganztag – ein tolles Team – Teil II (Kathrin Pickard)
- Bibliothekspädagogik – Teil II (Julia Abel, Ute Engelkenmayer)
- Aktiv gegen den Leseknick (Christine Wörsching / FK Bib & Schule)
- Schreibwerkstätten mit KI (Sascha Pranschke)
- Bock auf Bücher? Frühkindliche Leseförderung (Pia Löber-Wille)
18 Uhr – Abendessen
19:30 Uhr – Meet your neighbour! Impuls-Vorträge & Markt
- Dialog-Lounge: Jugendbibliotheksarbeit (Sandra Kügler/Polina Simonson)
- Dialog-Lounge: Inklusive Lebenswelten (Caroline Schürer/FK Diversität)
- Discord-Plattform für Austausch (Peter Jobmann)
- Tillybox (Lisa Mütsch)
- Miteinander das literarische Lesen in Bibliotheken gestalten (Manuela Hantschel)
Freitag, 24.4.2026
9 Uhr – Gemeinsame Morgenbesprechung
9:10 – 10:40 Uhr – Workshops
- Aktiv gegen den Leseknick (Christine Wörsching / FK Bib & Schule)
- Diskriminierungskritischer Bestandsaufbau in KiJu-Bereich (Sarah Hergenröther)
- Leicht loslesen – mit leseschwachen Kindern und Jugendlichen – Teil I (Sandra-Maria Erdmann)
- Kamishibai in der Kinderbibliothek – Teil I (Annette Huber)
10:45 – 12:15 Uhr – Workshops
- Leicht loslesen – mit leseschwachen Kindern und Jugendlichen – Teil II (Sandra-Maria Erdmann)
- Kamishibai in der Kinderbibliothek -Teil II (Annette Huber)
- Silent Books und Wimmelbücher spielerisch erkunden (Eva Hansen)
- Spaceship Unity (Nadine Rousseau)
12:20 Uhr – Verabschiedung
Inputs & Workshops
Let’s play – das analoge Brettspiel als Bildungsmedium und Kulturgut
Brettspiele sind wahre Alleskönner und Ausleihrenner in Kinder- und Jugendbibliotheken. Und das zu Recht! Ein Spiel ist ein Bildungsmedium, gleichwertig zu einem Buch. In diesem Vortrag erfahren Sie, welche Kompetenzen durch Brettspiele gefördert werden. Ganz praktisch geht es um verschiedene Veranstaltungsformate mit Brettspielen vom Spielen mit Kita-Kindern, Präsenzangebote von Spielen, Open-Play für Familien, regelmäßige Spieletreffs für Kids und Jugendliche bis zur Gestaltung von Kooperationen mit Schulen.
Moderation: Christina Valentiner-Brandt, Brettspielakademie Reinbek
Gäste: Harald Schrapers, 1. Vorsitzenden des Vereins „Spiel des Jahres“, Anna Hoffmann, Stadtbücherei Eckernförde
Mittwoch, 22.4.2026, 16 Uhr
Spielplatz: Spielkultur in Bibliotheken
Konventionelle Spiele in der Ausleihe – was eignet sich, was muss beachtet werden? Im Anschluss Möglichkeit zum gemeinsamen Spieletest unter Anleitung. (Martina und Andreas Silbermann, Christina Valtentiner-Brandt)
Pub-Quiz/Bar: Wissen testen – neue Fakten lernen – Spielt das legendäre Bücherei-Quiz der Stabü Eckernförde in der “Remscheid-Variante”. (Anna Hoffmann, Stadtbücherei Eckernförde)
Gaming im Studio (Horst Pohlmann)
Mittwoch, 22.4.2026, 19:30 Uhr
Meet your neighbour! Impuls-Vorträge & Markt
Jugendbibliothek gemeinsam denken
Die DialogLounge lädt alle zu einem abendlichen Austauschformat ein, die Jugendbibliotehken weiterdenken und mitgestalten möchten. Ob Veranstaltungsformate, Raumgestaltung, Medienangebote oder Zusammenarbeit mit Jugendlichen selbst – hier steht der offene Dialog im Mittelpunkt. Impulse aus der Praxis geben Einblicke in gelungene Ansätze – wie etwa zur partizipativen Raumgestaltung, zur Demokratieförderung oder im Umgang mit Fake News. Im Zentrum aber stehen die Perspektiven der Teilnehmenden: wir teilen Erfahrungen, entwickeln halbfertige Gedanken weiter und werfen gemeinsam einen Blick auf die Jugendbibliothek von morgen.
Sandra Kügler, Stadtbüchereien Düsseldorf, Zentralbibliothek im KAP1 – Kinder- und Jugendbibliothek / Polina Simonson, Bezirksbibliothek Pablo Neruda Berlin-Friedrichshain
Communitybuilding für Kinder- und Jugendbibliothekar*innen über … Discord?
Der seit Jahren bestehende Community-Blog der dbv-Kommission für Kinder- und Jugendbibliotheken informiert zwar über wichtige Themen und Neuigkeiten, kann jedoch den direkten Austausch nicht ersetzen. In den letzten Jahren hat sich Discord als Plattform für berufliche Vernetzung im Bibliothekswesen etabliert. Herausragende Beispiele hierfür sind das Netzwerk „Tutorials in Bibliotheken“ und besonders die „Gamebrarians“ – eine deutschsprachige Online-Community aus Menschen, die in und um Bibliotheken arbeiten (oder dort künftig arbeiten möchten) und durch ihr gemeinsames Hobby Gaming verbunden sind. Heute soll erarbeitet und zu diskutiert, welche Anforderungen an den Austausch unter Kinder- und Jugendbibliotheksmitarbeiter*innen bestehen. Was wird benötigt? Welche Unterstützungsangebote wären sinnvoll? In welchem Umfang wird Vernetzung gewünscht und gefördert? Im Idealfall steht am Ende ein eingerichteter Community-Server mit ersten Teilnehmenden, der im Nachgang dann mit Leben gefüllt wird.
Peter Jobmann
Miteinander das literarische Lesen in Bibliotheken gestalten
Der Vortrag beleuchtet, wie bibliothekarische Praxis und literaturpädagogische Ansätze in der Ganztagsbetreuung eine ganzheitliche Leseförderung ermöglichen. Er zeigt, wie Barrieren beim Zugang zum Lesen abgebaut und eine Kultur des Lesens geschaffen werden können, indem man partizipative Zugänge für Kinder und Jugendliche entwickelt und umgesetzt. Das Potenzial der Lese- und Literaturpädagogik für die Bibliothekspädagogik wird exemplarisch herausgestellt, insbesondere im Zusammenspiel mit Ganztagsbetreuungsformen. Am Konzept ganztagsLesen wird die Qualifizierung des Personals in der Ganztagsbetreuung erläutert und beispielhaft dargestellt, wie individuelle Förderkonzepte entstehen, die auf unterschiedliche Lerngruppen eingehen und die Bibliotheken einbeziehen. Der Beitrag regt zur Reflexion über die Rolle von Bibliothek, Schule und Pädagogik in der ganzheitlichen Leseförderung an.
(Dipl. Päd. Manuela Hantschel)
Tillybox
Lisa Münsch
Inklusive Lebenswelten-Bücher für Vielfalt und Toleranz
Um Inklusion in Bibliotheken zu verwirklichen, werden Medien mit barrierefreiem Zugang benötigt. ÖBs sind verpflichtet, diesen Zugang zu gewährleisten. Inklusive Kinderbücher sollten eine Selbstverständlichkeit sein, keine Ausnahme oder Besonderheit.
Caroline Schürer, dzb Lesen Leipzig/FK Interkulturelles
Gütesiegel Buchkita
Meike Betzold, Stadtbibliothek Kelsterbach
AKJ
Julia Abel, HAW Hamburg
Donnerstag, 23.4.2026, 19:30 – 21 Uhr
Demokratiestärkende Bibliotheksarbeit (90 min)
Die Stadtbücherei Weikersheim hat 2024/25 am Projekt “Land.schafft.Demokratie” teilgenommen. In diesem Rahmen realisierte sie verschiedene Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, die Michaela Stock vorstellt: „Gedankenflieger: Philosophieren mit Kindern“; Argumentationstraining “Streiten, aber richtig!”; “Raise your voice” – Podcast für Solidarität. In gemeinsamer Runde diskutieren wir, welche Angebote sich für Bibliotheken eignen und wie sie in der eigenen Einrichtung umgesetzt werden können.
Michaela Stock, Stadtbibliothek Weikersheim
Donnerstag, 23.4.2026, 9:10 – 10:40 Uhr
Dachverbandliche Schutzkonzepte für Bibliotheken – Handreichung des dbv und Vorstellung des Modellprojekts 2025 (90 min)
Prävention und Kindeswohl im Umfeld von Kinder- und Jugendbibliotheken sind wichtige Anliegen, jedoch oft mit Unsicherheiten verbunden. Bibliotheken sind offene Häuser, immer mehr davon werden gerade zu Open Libraries – umso wichtiger ist es, dass sie auch sichere Räume für Kinder und Jugendliche darstellen. Die AG Schutzkonzepte des dbv hat hierzu in einem umfangreichen Praxisprojekt eine Vielzahl an Vorlagen in Form einer Handreichung für Bibliotheken zur Erarbeitung eines institutionellen Schutzkonzeptes zusammengestellt.
Mareen Reichardt, Bezirksbibliothek Pablo-Neruda, Berlin-Friedrichshain / FK KiJu
Donnerstag, 23.4.2026, 9:10 – 10:40 Uhr
Dritte Orte, aber wie? Die Bibliothek von morgen gemeinsam denken (180 min)
In diesem Workshop wird es neben einem einführenden Input zu Fragen rund um Raum und Bibliotheken als Dritte Orte vor allem darum gehen, beispielhaft einen Aushandlungsprozess zu simulieren. Als Grundlage dafür dient das „Hoch-drei-Visionenspiel – Bibliotheken gemeinsam neu denken“ der Kulturstiftung des Bundes. Die verschiedenen beteiligten Gruppen eines solchen Aushandlungsprozesses werden vertreten durch die Spieler*innen. Der Prozess wird gemeinsam reflektiert, und mögliche Variationen für eigene Zielgruppen werden entworfen.
Kawthar El-Qasem, Akademie der Kulturellen Bildung
Donnerstag, 23.4.2026, 9:10 – 12:15 Uhr
Gaming mit Stift & Papier: Pen-&-Paper-Sessions in der Stadtbibliothek Oranienburg (180 min)
Pen-&-Paper birgt viel Charme und viele Möglichkeiten für Bibliotheken: Fantasie, Spannung und Abenteuer, Schauspieltalent und Geschichtenerzählen. Der Workshop bietet Einblicke aus erster Hand, wie Pen & Paper funktionieren kann. Zudem wird ein kleiner Vorgeschmack geboten, wie sich Pen & Paper anfühlt.
Jennifer Bonk und Robert Doctor, Stadtbibliothek Oranienburg
Donnerstag, 23.4.2026, 9:10 – 12:15 Uhr
Phänomen BookTok (90 min)
Die Welt der Literatur veränderte sich in den letzten Jahren. Jugendliche und junge Erwachsene lesen plötzlich wieder Bücher. Sie schreiben auch verstärkt selber und veröffentlichen ihre Werke über soziale Foren wie Wattpad, tauschen sich über Werke und Charaktere aus. Wie lässt sich diese Entwicklung erklären, wieso ist Lesen plötzlich wieder „in“? Die Antwort lautet: BookTok, ein Nischensegment der Social-Media-Netzwerks TikTok. Es bringt Veränderungen und Schwung in die Branche. Nicht nur Lesetrends werden geboren, auch die Literaturkritik ist betroffen. Was also bedeutet BookTok für die Welt der Literatur, insbesondere auch für Bibliotheken. Welche Auswirkungen zeigen sich, welche positiven und negativen Aspekte sind erkennbar? Miriam Schnitzler untersucht in ihrer Bachelorarbeit, wie Öffentliche Bibliotheken BookTok-Bücher in ihrer Bestandspräsentation berücksichtigen und umsetzen. Sarah Redlich und Corona Eggert gehen auf das Gerne New Adult ein, insbesondere auf die Auswirkungen im Bereich Jugendbuch und die Präsentation in Bibliotheken. Auch die rechtliche Seite wird dabei angesprochen. Austausch und Diskussionsmöglichkeit zum Abschluss der Vorträge.
Miriam Schnitzler, Thulb Jena; Sarah Redlich, Stadtbibliothek Wuppertal; Corona Eggert, Stadtbücherei MIZ Biberach & FK KiJu
Donnerstag, 23.4.2026, 10:45 – 12:15 Uhr
Mehrsprachigkeit und interkulturelles Lernen in der digitalen Leseförderung bei “Gemeinsam digital” (90 min)
Der Workshops stellt Praxisbeispiele aus der Förderung von „Gemeinsam Digital“ vor, in denen der Fokus auf dem Umgang mit Mehrsprachigkeit im Kontext der Teilnehmendenstruktur und der Projektarbeit lag. Die Teilehmenden informieren sich über gute Ansätze für Projekte der digitalen Leseförderung mit Teilnehmenden, deren Muttersprache nicht deutsch ist: Wie kann Mehrsprachigkeit als Ausdruck der Vielfalt Raum in den Projekten finden, wie können Sprachbarrieren überwunden weerden? Welche Möglichkeiten beim Umgang mit Sprache, Texten und Vorlesen bestehen in der Projektdurchführung, und inwieweit können Tools wie KI und andere die Kreativität, und auch den Umgang mit Sprachvielfalt unterstützen?
Nach zwei Impulsen aus Projektdurchführungen gibt es die Möglichkeit des Austausches in Kleingruppen, in denen eigene Projektüberlegungen konkretisiert werden können. Der Workshop richtet sich an Interessierte aus Bibliotheken und weiteren Vereinen, Verbänden und Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen im Bereich der (digitalen) Leseförderung und Medienbildung arbeiten.
Programmvorstellung: Anne Wellingerhof, Programmleitung “Gemeinsam digital”, dbv
ImpulsgeberInnen: VertreterInnen von projektdurchführenden Einrichtungen
Donnerstag, 23.4.2026, 10:45 – 12:15 Uhr
Laut, wild und zielgerichtet. Kinderbibliotheken der Zukunft (90 min)
Kinderbibliotheken sind laut! Sie müssen Räume schaffen für Spiel, Lernen, Lesen und Leben. HIerfür werden neue Konzepte benötigt, die längst bestehendes Wissen anderer Professionen adaptieren. Was also ist eigentlich eine kindgerechte Bibliothek? Nach einem kurzen Input besteht die Möglichkeit zur Diskussion.
Peter Jobmann, Schulbibliothek Buxtehude
Donnerstag, 23.4.2026, 15 – 16:25 Uhr
Medienheld*innen im Rampenlicht: Storytelling in und mit Games (90 min)
Digitale Spiele erzählen Geschichten. Die Spieler*innen erleben sie nicht nur, sondern schreiben sie mit ihren eigenen Spielhandlungen fort oder um. Viele Games folgen dem Prinzip von Campbells Heldenreise oder Fields Plotpunkten und erweitern die Erzählungen um typische Games-Prinzipien wie Rätsel oder Aufträge, die die Spielenden lösen müssen. Damit bieten Games das Potential, ins Storytelling einzusteigen, eigene Geschichten zu den Games-Figuren zu erfinden oder selbst eigene interaktive Spielgeschichten zu erfinden – ganz gleich ob analog oder digital. Im Workshop analysieren wir das Storytelling in aktuellen Games. Ergründen, wie Story und Aufgaben zusammen wirken, welche Handlungsoptionen Spielende haben und welche Herausforderungen auf die Game-Designer*inne zukommen. Und schließlich probieren wir aus, wie sich Games für Storytelling-Projekte mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nutzen lassen.
Horst Pohlmann, Akademie der Kulturellen Bildung
Donnerstag, 23.4.2026, 15 – 16:25 Uhr
Vorlesen mit Spielbüchern…niederschwelligen Zugang zum Vorlesen schaffen (60 min)
Spielbücher können den Einstieg ind Vorlesen erleichtern, denn sie bilden Schnittstellen aus Spielen & Vorlesen. Kinder werden auf verschiedenen Kompetenzebenen gefördert und besonders das Bonding, die wichtige Eltern-Kind-Beziehung gestärkt. Positives Erleben und Begeisterung schaffen eine selbstwirksame Grundlage beim Kind und eher leseferne Eltern erleben Bücheranschauen neu: spielerisch, einfach und entlasten. Inkl. einem kurzen Überblick zu Leseförderangeboten der Stiftung Lesen.
Sabine Bonewitz, Stiftung Lesen
Donnerstag, 23.4.2026, 15 – 16:25 Uhr
Bibliothek und Ganztag – ein tolles Team (180 min)
Es werden verschiedene Projekte und Aktionen zur Förderung von Lese- und medienpädagogischer Kompetenz für den offenen Ganztag an Grundschulen am Beispiel der schulbibliothekarischen Arbeitsstelle Oberhausen vorgestellt.
Kathrin Pickard, Dipl.-Bibliothekarin und Medienpädagogin, SBA Oberhausen
Donnerstag, 23.4.2026, 15 – 18 Uhr
Bibliothekspädagogik (180 min)
Julia Abel berichtet über die institutionelle Situation der Bibliothekspädagogik und diskutiert mit Ihnen darüber, wie es um die bildungspolitische Sichtbarkeit von Bibliotheken steht und was zu tun ist, damit Bibliotheken als feste Bildungspartner – nicht nur in der Politik – mitgedacht werden. Anschließend haben wir Gelegenheit, uns miteinander über akute Fragen der bibliothekspädagogischen Praxis auszutauschen, u.a. in Form der kollegialen Fallberatung, wie sie in pädagogischen Zusammenhängen erfolgreich praktiziert wird.
Prof. Dr. Julia Abel, Lehrstuhl für Bibliothekspädagogik und Kulturelle Bildung, HAW Hamburg
Donnerstag, 23.4.2026, 15 – 18 Uhr
Schreibexperimente mit KI – Texten und texten lassen? (90 min)
Kreativ, zeitsparend oder gefährlich? Wie kann Kulturelle Bildung Künstliche Intelligenz (KI) nutzen, ohne kreative Entscheidungen aus der Hand zu geben – sei es für große oder kleine Kulturschaffende? In diesem Workshop vergegenwärtigen sie sich die grundlegenden Anwendungsfelder von KI und stellen verschiedene KI-Textwerkzeuge auf die Probe. Ein Workshop mit Labor-Charakter und offenem Ergebnis.
Sascha Pranschke, Akademie der Kulturellen Bildung
Donnerstag, 23.4.2026, 16:30 – 18 Uhr
“Bock auf Bücher? – Frühkindliche Leseförderung und Sprachbildung im Netzwerk mit Bibliotheken” (90 min)
Wie kann es gelingen, Eltern und Kinder nachhaltig für Bücher zu begeistern? Der Vortrag stellt das Konzept der Infoveranstaltung “Bock auf Bücher?!” vor – ein praxisbewährtes Format, das in Kooperation zwischen Bibliothek, Buchhandel, Kitas und lokalen LeseförderInnen entstanden ist. Anhand konkreter Beispiele zeigt er, wie Bibliotheken als Knotenpunkt eines regionalen Netzwerkes fungieren können, das Kitas, Fachkräfte und vor allem Familien in der Lese- und Sprachförderung stärkt. Das Modell verbindet Infovermittlung, Buchempfehlungen und erlebnisorientierte Leseförderung zu einem niederschwelligen Angebot, das Eltern erreicht und Kinder bildet. Der Vortrag gibt Einblicke in Aufbau, Durchführung und Mehrwert der Veranstaltungen und zeigt, wie sich das Prinzip auf weitere Bibliotheken und kommunale Strukturen übertragen lässt – für eine vernetzte, lebendige und nachhaltige Leseförderung vor Ort.
Pia-Löber-Wille, Literaturpädagogin, Wörter.Wunder.Welten Oberhausen
Donnerstag, 23.4.2026, 16:30 – 18 Uhr
Aktiv gegen den Leseknick (90 min)
Ein Praxisseminar über gelingende Zugänge zur aktuellen Kinder- und Jugendliteratur. Den Teilnehmenden werden aktuelle Buchtitel und kreative Zugänge vorgestellt, die sich in kurzen Einheiten in Bibliotheken und an Schulen umgesetzen lassen. Die Praxisideen können selbst ausprobiert und besprochen werden. Außerdem thematisiert der Workshop die Verknüpfung von digitaler und analoger (Buch-) Welt.
Christine Wörsching, Erlesen Lesen, FK Bibliothek und Schule
Donnerstag, 23.4.2026, 16:30 – 18 Uhr und Freitag, 24.4.2026, 9:10 – 10:40 Uhr
Diskriminierungskritischer Bestandsaufbau im Kinder- und Jugendbereich der Stadtbibliothek München (90 min)
Medien sind ein Abbild der Gesellschaft. Über unsere Bestände vermitteln wir Werte, Meinungen und auch Stereotype. Daher ist Sensibilität beim Bestandsaufbau gefragt. Wer bekommt in unseren Medien den Raum sich auszudrücken? Was für ein Menschenbild vermitteln unsere Medien? Gibt es ausgleichende Positionen? Und wie kann man über den Bestand auch Position zu bestimmten Werten beziehen? Am Beispiel der Münchner Stadtbibliothek wird gezeigt, wie die internen Diskussionen abgelaufen sind, welche Schlüsse gezogen und Maßnahmen umgesetzt wurden. Die Münchner Stadtbibliothek wurde von 2019 bis 2025 im Rahmen des 360°-Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft in Hinblick auf Diversitätsentwicklung gefördert.
Sarah Hergenröther, Stabstelle Diversität, Stadtbibliothek München
Freitag, 24.4.2026, 9:10 – 10:40 Uhr
Kamishibai in der Kinderbibliothek (180 min)
Das japanische Papiertheater Kamishibai ist seit Jahren in Bibliotheken im Einsatz, aber langweilig wird es nie! In diesem praxisnahen Workshop greifen wir einige Kernaspekte des vielseitigen Mediums heraus: Techniken des freien Erzählens, die Erzählhaltung, Auswahl von Bildkartenwerken, Einsatz des Kamishibais in der täglichen Arbeit und Gestaltung von Veranstaltungen. Das Seminar eignet sich für einen Erstkontakt mit dem süchtig machenden Erzähltheater, aber auch erfahrene kamishibaias können sich hier noch mal neu ausprobieren.
Annette Huber, Lese- und Literaturpädagogin, Hamburg
Freitag, 24.4.2026, 9:10 – 12:15 Uhr
Leicht loslesen – mit leseschwachen Kindern und Jugendlichen (180 min)
Leseschwache Kinder und Jugendliche für Bücher und Literatur begeistern, sie womöglich sogar selbst zum Schreiben eigener Geschichten motivieren – wie soll das gehen? Das ist leicht – einfach loslesen! Lasst Bücher und Geschichten spielerisch mit allen Sinnen erlebbar werden. Der Workshop bietet eine Auswahl an Methoden und Leicht-Lese-Spielen für das literaturpädagogische Arbeiten zwischendurch. Mit praxiserprobten Beispielen für einfaches Wortschatztraining, aktueller Kinder- und Jugendliteratur, um Sprechanlässe zu schaffen, und dem Literaturpädagogischen Notfall-Koffer bist du bereit für dein nächstes Projekt.
Sandra Maria Erdmann, Autorin und Literaturpädagogin, Iserlohn
Freitag, 24.4.2026, 9:10 – 12:15 Uhr
Spaceship Unita: Die Weltraummission – kooperatives Spielen für lösungsorientiertes Denken und Teamwork (90 min)
Im Workshop spielen wir uns durch das Boardless Games „Spaceship Unity“ und erfahren und reflektieren die Stärken von gemeinsamen Handeln im Spiel und den Einsatz von kooperativen Spielen in der pädagogischen Arbeit.
Nadine Rousseau, Akademie der Kulturellen Bildung
Freitag, 24.4.2026, 10:45 – 12:15 Uhr
Ganz und gar nicht ohne Worte! Silent Books und Wimmelbücher spielerisch erkunden (90 min)
Silent Books und Wimmelbücher sind eine wahre Fundgrube für kleinere und größere Geschichten, für phantasievolle Leerstellen, skurrile Figuren, Witze und alltägliche Situationen. Aber auch für erste literarische oder ästhetische Zugänge zur Welt der gedruckten Bilder. Sie bieten Kindern unzählige Denk- und Sprachanlässe, wollen entdeckt, versprachlicht und kreativ umgesetzt werden. Im Workshop werden spielerische Vermittlungsmethoden und Zugänge rund um Bücher ohne Worte und Wimmelbücher vorgestellt. Anschließend können geeignete Methoden selbst ausprobiert oder entwickelt werden.
Eva Hansen, Literaturpädagogin, Düsseldorf
Freitag, 24.4.2026, 10:45 – 12:15 Uhr
Dozent*innen
Corona Eggert
Corona Eggert ist kommissarische Leiterin der Stadtbücherei MIZ Biberach. Nach dem Diplom an der HdM Stuttgart (2000) arbeitete sie zunächst im Bereich Belletristik, bevor sie 2012–2018 die Schulmediothek Laupheim aufbaute und leitete. Seit 2018 verantwortet sie in Biberach die Kinder- und Jugendbücherei, Leseförderungsprojekte und Kooperationen wie das Netzwerk Lesen (Dt. Lesepreis 2017). Sie bildet Lesepaten aus, engagiert sich in der Lektoratskooperation der ekz und ist seit 2021 Mitglied der dbv-Fachkommission Kinder- und Jugendbibliotheken, seit 2024 deren Vorsitzende.
Sascha Pranschke
Schriftsteller, Literaturpädagoge und Diplom-Kulturwissenschaftler. Studium Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus bei Hanns-Josef Ortheil an der Universität Hildesheim. Dozent für Kreatives Schreiben an verschiedenen Bildungseinrichtungen, u. a. an den Universitäten Münster und Hildesheim, für das Literaturbüro NRW in Düsseldorf und das Westfälische Literaturbüro in Unna. Leitung des Jungen Literaturhauses Köln und Herausgeber von Romanen und Erzählungen aus Schreibprojekten mit Jugendlichen.
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