Fachtagung Spektrum Rhythmik Musik, Bewegung, Stimme und Sprache verbinden

01.03. bis 03.03.2019, Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid

Freitag, 01.03.2019
18:00 Uhr Abendessen
19:15 Uhr Kreativer Einstieg und Vortrag zu "Potenzial der Rhythmik im Kontext Sozialer Arbeit", Prof. Renate Kühnel und Barbara Schultze

Im Anschluss: Get-together in der Bar

Samstag, 02.03.2019
8:00 Uhr Frühstück
8:45 Uhr Warm up
9:00 Uhr Vortrag "Ein Gefühl für Bewegung", Dr. Franz Mechsner
10:00 Uhr Kaffeepause
10:30 Uhr Workshops I

12:00 Uhr Mittagessen und Pause
14:00 Uhr Workshops II

15:45 Uhr Vortrag "Musik und Gebärde – Dialog zweier Sprachen", Julia Wernicke
16:30 Uhr Kaffeepause
17:00 Uhr Workshops III

18:30 Uhr Abendessen
20:00 Uhr  Was uns bewegt! Rhythmik-Studierende zeigen künstlerische Arbeiten und berichten über Hintergründe und Entstehung ihrer Gestaltungen
21:30 Uhr Musik und Bewegung improvisiert. Ulrike Brand (Vc),  Thomas Wenk (p),  Dorothea Weise (m), Dierk Zaiser (m)

Im Anschluss: Get-together in der Bar

Sonntag, 03.03.2019
8:00 Uhr Frühstück
8:45 Uhr Warm up
9:15 Uhr Workshops IV

10:45 Uhr Kaffeepause
11:00 Uhr Spektrum Rhythmik: Zusammenführung der Tagungsthemen, Speed Dating zu Praxis, Fortbildung und Ausbildung, Aussicht auf die Fachtagung „Spektrum Rhythmik“ 2020
13:00 Uhr Mittagessen und Abreise

Vorträge

Ein Gefühl für Bewegung

„Spiel das Stück doch mal mit Anmut!“ Warum funktioniert dieser Tipp? Warum lassen sich Bewegungen oft anhand passender Vorstellungsbilder erheblich verbessern? Der Leitgedanke meines Vortrages ist, dass wir unsere Bewegungen vollständig als Wahrnehmungen planen und steuern, als erlebtes leiblich-räumliches Geschehen. Ich möchte dieses „mentale“ Konzept von menschlicher Bewegung darstellen und diskutieren anhand von experimentellen Arbeiten, theoretischen Überlegungen und bedachter Erfahrung.

Referent: Dr. Franz Mechsner

Musik und Gebärde – Dialog zweier Sprachen

Der Vortrag zeichnet  ein umfangreiches Bild der Möglichkeiten rhythmischer Arbeit mit Menschen mit Hörbehinderung verschiedenen Alters. Die Erarbeitung visueller Gebärdensprachchoreografien als Übersetzung von Klassik wie auch Rock/Pop-Konzerten eröffnet ein Wirkungsfeld der Rhythmik, das in dieser Form in Deutschland bislang einzigartig ist. Beispiele erläutern wie aus einer Übersetzung von Musik in Gebärdensprache eine Choreografie entsteht und aus der pädagogischen Erfahrung ein künstlerischer Prozess angestoßen wird. Dabei wird, wie nebenbei, der ein oder andere Irrglaube aus dem Weg geräumt. Der Workshop „Ohren zu, Körper an – Musikerleben mit dem Körper“ ergänzt den Vortrag.

Referentin: Julia Wernicke

Das Potenzial der Rhythmik im Kontext Sozialer Arbeit

Welche Chancen bietet Rhythmik im weiten Berufsfeld der Sozialen Arbeit? Welche Zielsetzungen lassen sich formulieren und verfolgen? Das Interesse gilt dabei auch der Frage, welche (methodischen) Gemeinsamkeiten es bei Rhythmikeinheiten oder Projekten z.B. im Bereich Frühkindlicher Bildung, mit inklusiven Gruppen oder Senioren gibt. Der Vortrag spannt den Bogen von der Entstehung der Rhythmik bis hin zur aktuellen Situation im Feld der Sozialen Arbeit. Damals wie heute will das Zusammenspiel von Musik und Bewegung Erfahrungsräume öffnen, die lebendig und lustvoll individuelle Entwicklung und Bildung ermöglichen.

Referent*innen: Prof. Renate Kühnel und Barbara Schultze

Workshops

„Ich will…?!“ Rhythmik mit Jugendlichen

Jugendliche suchen, fordern, behaupten. Sie provozieren, lachen und schämen sich: Schnelle Stimmungswechsel zwischen forderndem Hunger und schüchterner Zerbrechlichkeit verlangen Flexibilität und Vielfalt in Anleitung und Repertoire, wofür hier erprobte Settings für Bühne und Unterricht im Spannungsfeld Selbstwahrnehmung/ Darstellung und Individualität/ Gruppengefüge vorgestellt werden.

Workshop-Leitung: Meike Britt-Hübner

Bewegung mit Gefühl

Wie verfeinerte Wahrnehmung unsere Bewegung differenziert und umgekehrt verfeinerte, präzisere Bewegungen unsere Wahrnehmung nuancieren, ist Thema dieses Workshops. Im Mittelpunkt steht das körperliche Empfinden von Gewicht und Schwerkraft, das Akzentuierung und Artikulation in der Bewegung erst ermöglicht. In Verbindung mit Musik werden die gewonnen Erfahrungen zu Gestaltgebern in der Bewegungsimprovisation. Die praktischen Übungen werden ergänzt mit Erläuterungen von Dr. Franz Mechsner (s. Vortrag).

Workshop-Leitung: Prof. Dorothea Weise und Dr. Franz Mechsner

Interaktiv – Integrativ – Kreativ: Lernprozesse im musik- und bewegungstheatralischen Kontext der Grundschule

Ein entschiedener Schritt - mit mir könnt' ihr rechnen! Verankern, Lauschen und Spüren. Sprache wird zu Tanz, Material wird lebendig und der Körper gestimmt durch Musik, ihrer Klangnuancierung  und Prägnanz der Artikulation. Improvisationen tragen das Innen nach Außen und machen bereit für Interaktion – ermöglichen Integration. Bühne frei für selbständiges Handeln und kreatives Gestalten!

Workshop-Leitung: Elisabeth Pelz

„Das klingt wie eine Kuh, die auf einem großen, weichen Sofa tanzt…“: Differenzierte und individuelle Zugänge zu Musik in der Grundschule

Praxiserprobte Beispiele zeigen wie Kinder spielerisch mit Musik unterschiedlicher Stilistik und ganz „unerhörten“ Klängen umgehen. Wie sie Erfahrungen sammeln, verfeinern, aufbauen, abstrahieren, verbalisieren und gestalterisch nutzen. Sie entwickeln daraus lustvoll ihre ganz persönlichen Bewegungsinterpretationen. An Musikstücken unterschiedlicher Stilistik und kurzen Videosequenzen zeichnet der Workshop diesen Weg mit den Teilnehmer*innen exemplarisch nach.

Workshop-Leitung: Eve Gubler

Ohren zu, Körper an - Musikerleben mit dem Körper

Wir nähern uns auf ungewohnte Weise der Welt der Klänge, bringen deutsche Gebärden in Bewegung und lassen uns von beiden bewegen. Wir schöpfen dabei aus dem Methodenrepertoire der Rhythmik, die  zahlreiche multisensorische Möglichkeiten bereit hält um sich dem scheinbar rein akustischen Phänomen zu nähern. Der Workshop gibt Anregungen für die pädagogische  und künstlerische Arbeit mit allen Altersklassen. Der Vortrag „Musik und Gebärde – Dialog zweier Sprachen“ ergänzt den Workshop.

Workshop-Leitung: Julia Wernicke

Ich – Du – Wir

Sozialkompetenz hat viele Facetten, die entdeckt, geübt und gelebt werden wollen. Alltagsmaterial wird uns herausfordern, uns selbst zu spüren und auf andere zu achten. Musik und Bewegung eröffnen und strukturieren dabei Spielräume, innerhalb derer die eigenen Grenzen ausgelotet und kooperatives Verhalten kreativ erprobt werden können. Wir begeben uns gemeinsam auf Entdeckungsreise und reflektieren/diskutieren dann unsere Erfahrungen, wie Rhythmik im Kontext Sozialer Arbeit sensibilisieren, stärken und integrieren kann.

Workshop-Leitung: Renate Kühnel